Wie funktioniert ein virtueller Server?

Virtuelle Server (vServer) sind Server, die es so eigentlich nicht gibt. Der Benutzer hat nur den Eindruck, dass er es mit einem Server zu tun hat. Wie geht das vor sich? Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir erst noch ein paar Begriffe klären:

  • Was ist ein Server?
  • Was bedeutet der Begriff virtuell?

Beide Begriffe sind so selbstverständlich in unserem Sprachgebrauch, dass uns gar nicht auffällt, dass wir sie oft nicht ganz richtig verwenden.

Was ist ein Server?

Als Server wird ursprünglich ein Computerprogramm (Software) bezeichnet, das für den Endnutzer spezielle Dienste bereitstellt, welche dieser mittels eines Programms auf seinem Gerät (Client) abruft. Innerhalb eines Netzwerks werden also nach dem Client-Server-Modell die Aufgaben vom Client oder vom Server erledigt. Der Computer, auf dem diese Server-Software läuft, ist ein sogenannter Host. Umgangssprachlich hat es sich aber eingebürgert, auch Hostrechner als Server zu bezeichnen (Hardwareserver). Sie sehen, der Begriff „Server“ alleine lässt zwar schon ein recht passendes Bild entstehen, für das technische Verständnis ist eine deutliche Unterscheidung allerdings wichtig.

Was ist ein virtueller Server?

Virtuell bedeutet, dass etwas nicht wirklich existiert, aber theoretisch vorhanden ist bzw. von einem Computer simuliert wird. Was bedeutet nun „virtueller Server“? Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, da der Begriff unterschiedliche Dinge bezeichnet. Allgemein bezeichnet der Begriff Server, die auf den Benutzer nur so wirken, als seien sie ein einzelner Server. Dieses gilt gleichermaßen für die Hardware wie die Software, und somit ergeben sich verschiedene Bedeutungen des Begriffs. Um diese zu verstehen, sehen wir uns einmal die zugrunde liegenden Problemstellungen an.

  • Stellen wir uns vor, wir haben einen Host, der nicht leistungsfähig genug ist. Dann werden wir zusätzliche Computer heranziehen müssen, um die Rechenleistung bewältigen zu können. Innerhalb dieses sogenannten Computerclusters installieren wir dann Programme, wodurch sich dieser Cluster gegenüber den Clients wie ein einzelner „Server“ darstellt. Der Benutzer weiß dabei nicht, welcher Host aus dem Cluster den Auftrag seines Clients abarbeitet. Kurz gesagt: Viele Hosts erscheinen als ein Host, der eine Art der Dienstleistung
  • Umgekehrt kann es sein, dass wir einen leistungsfähigen Host zur Verfügung haben, auf dem unterschiedliche Dienste installiert und angeboten werden können. Der Benutzer sieht dabei nicht, dass diese unterschiedlichen Angebote nur von einem einzelnen Host kommen. Kurz gesagt: Ein Host erscheint als viele Hosts, die jeweils unterschiedliche Arten an Dienstleistungen
  • In manchen Routern wird auch der Bereich mit den Einstellungen für die Portweiterleitung als virtueller Server bezeichnet.

Das Prinzip eines virtuellen Servers ist also, Rechner zusammenzuschließen, um die Server-Software bewältigen zu können, oder eben mehrere Softwares auf einem Host laufen lassen zu können, um dessen Leistungsfähigkeit auszunutzen, wobei die Nutzerfreundlichkeit durch ein virtuell geschaffenes einheitliches Gegenüber, den „virtuellen Server“ gegeben ist, sowohl als Hardware als auch als Software.

Welche Programme benötigen virtuelle Server?

Server-Hosts sind spezielle Computer, die Anforderungen an die Hardware erfüllen. Welche Programme braucht es nun dafür, dass ein virtueller Server geschaffen wird? Die Virtualisierung dient vor allem der Ressourcenteilung, um Rechenleistung und Serverdienste bestmöglich nutzen zu können. Spezielle Programme ermöglichen dabei Lastverteilung sowie Administration.

  • Ein Programm zur Lastverteilung ist der Linux Virtual Server (LVS), wodurch Anfragen aus dem Computernetzwerk transparent an mehrere Server aufgeteilt und zugewiesen werden können. Diese Server erscheinen von außen für den Client als lediglich ein einzelner Server.
  • Virtualisierungssoftware ermöglicht die Administration sowie den Zugriff auf mehrere virtuelle Serverhosts, wodurch auf einem einzelnen Serverhost unterschiedliche Betriebssysteme laufen können.

vServer im Webhosting

  • Webhosting bietet die Möglichkeit, innerhalb einer gemeinsamen Hosting-Hardware sogenannte Virtual Private Server (VPS) Dabei hat jeder virtuelle Server sein eigenes Betriebssystem, auf das nur der jeweilige Server-Administrator zugreifen kann. Kurz gesagt: Ein Hardwareserver erscheint als viele Hosts, die jeweils unterschiedliche Arten an Dienstleistungen anbieten.
  • Cloud-Hosting hingegen bietet den virtuellen Serverplatz auf mehrere Hosts verteilt an und ist dadurch flexibler. Kurz gesagt: Viele Hardwareserver erscheinen als ein Host, der einen virtuellen Server anbietet.

Author: Claudia Berger

Claudia Berger ist in der Firma Dextra Data Solution für den Blog und Social Media verantwortlich

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